Die geschichte von Sarlóspuszta
| Die naturschätze von Sarlóspuszta


DIE GESCHICHTE VON SARLÓSPUSZTA

Wie die Betyaren erzählen...
Im Jahre 1710, während einer der Feldzüge der Kuruzen, lagerte hier der Fürst Ferenc Rákóczi der Zweite. Hier traf er die schöne Sára Sarló, in die er sich sofort verliebte.
Als Liebesnest ließ er dem Mädchen das Herrenhaus bauen und gab dem Haus den Namen " die Puszta von Sára Sarló" . (Puszta=Pußta)
Während des Exils des Fürsten in der Türkei bot Sarlóspuszta den Betyaren und den fliehenden Freiheitskämpfern eine Zuflucht, wo sie sowohl auf Versorgung als auch auf Schutz rechnen konnten.

Wie die Historiker erklären
Tatárszentgyörgy: ist eine der ältesten Ortschaften im Komitat Süd-Pest. Ihre ältesten Funde sind mit der Bronzezeit verbunden. Die Ortschaft wurde zum ersten Mal 1507 urkundlich erwähnt. Im Fünfzehnjährigen Krieg entvölkerte sich das Dorf. Bis zum Ende des XVIII. Jahrhunderts wurde das Dorf allmählich besiedelt.

Sarlósárpuszta
Am Anfang des XVIII. Jahrhunderts besaßen zwei angesehene und große Edelfamilien das während der Türkenzeit entvölkerte Tatárszentgyörgy: die Familie Kubinyi von Felsőkubin und Nagyolaszi und die Familie Máriássy von Márkus-und Batizfalva. Beide Besitzanteile wurden von Anton Gyaraki Grassalkovich (I.) gekauft; 1734 war er schon der einzige Besitzer der ganzen Puszta. Der Meierhof, wo sich auch das Herrenhaus befand, wurde endgültig 1758 zu seinem Eigentum - verkauft von der Familie Kubinyi. Die Ansiedlung wurde um 1751 von Anton (I.) begonnen, aber nur von seinem Sohn, Anton (II.), um 1770 beendet.
Nach anderen Quellen ließ Anton (I.) das Schloss Grassalkovich in Sarlóspuszta gegen 1760 bauen. Das ist aber ein Irrtum. Im Landesarchiv gibt es nämlich eine eigenhändige Liste von Anton Grassalkovich aus dem Jahre 1771, in der die Bauarbeiten und Gebäude in seinen Herrschaftsgütern aufgezählt werden. In dieser Liste gibt es aber gar kein Schloss in Tatárszentgyörgy, obwohl ein Schafstall erwähnt wurde; aber nach den Stilmerkmalen kann die Bauzeit in das zweite Viertel des XIX.Jahrhunderts datiert werden.(Zugleich erwähnte der Graf einen hiesigen Gasthof - es ist nicht ausgeschlossen, dass dieser Gasthof später als Schloss funktionierte.) In der Monografie vom Komitat Pest-Pilis-Solt-Kiskun erwähnt Samu Borovszky eine Renovierung im Jahre 1858, die Gábor Török aus Várad ausführen ließ. Zwischen 1843/1856 gehörte das Schloss dem Grafen Keglevich von Buzin.
Ab 1863 gehörte das Schloss den Erben des Barons Frigyes Bors von Borsod und Csíkszentkirály - die Besitzer sind Baron Béla Lipthay von Kisfalud und Lubelle und Gräfin Bissingen-Nippenburg. Um 1920 war das Gebäude im Besitz der Familie Muchony. 1931 ist schon Peter Halász aus Gyón als Besitzer erwähnt, dem das Herrenhaus bis 1945 gehörte. (Damals hatte das Herrenhaus eine Sehenswürdigkeit: die außerordentlich reiche und merkwürdige Geweihsammlung.)
Nach dem Zweiten Weltkrieg funktionierte das Gebäude als Schule. Später wurde es als Wohnhaus benutzt. Ab Mitte der 80er Jahre befindet sich ein Gasthof in dem schön renovierten Herrenhaus.
Das Herrenhaus wurde mehrmals umgebaut.

Literatur: Zsolt Virág:Ungarisches Schlosslexikon, Die Schlösser und Kurien vom Komitat
Pest,2001